Verluste bei 20Bet, 22Bet, Bizzo Casino oder National Casino zurückfordern
Spieler, die bei Online-Casinos wie Bizzo Casino, 20Bet, 22Bet oder National Casino Verluste erlitten haben, stellen sich häufig die Frage nach der Möglichkeit einer Rückforderung. Diese Plattformen werden von der TechSolutions Group N.V. mit Sitz in Curaçao betrieben und verfügen über keine in Österreich gültige Glücksspiellizenz.
Dieser Beitrag erläutert die rechtlichen Grundlagen, die für Spieler mit Wohnsitz in Österreich einen Rückforderungsanspruch begründen können.
1. Warum sind die Angebote von Bizzo Casino, 20Bet, 22Bet oder National Casino in Österreich illegal?
Das österreichische Glücksspielgesetz (GSpG) ist streng:
Für Online-Casinospiele, wie z.B. Slots, Roulette, Black Jack oder Poker, gilt ein staatliches Monopol. In Österreich verfügt nur win2day über eine gültige Lizenz (Glücksspielkonzession) für das Anbieten von Online-Glücksspielen in Österreich.
Anbieter wie die TechSolutions Group N.V., die ihre Dienste ohne eine solche Konzession auf dem österreichischen Markt anbieten, agieren illegal. Eine Lizenz aus einem Drittstaat wie Curaçao entfaltet in Österreich keine Rechtswirkung und kann die fehlende nationale Konzession nicht ersetzen. Daher können Sie Ihre Verluste von diesen Anbietern grundsätzlich zurückfordern.
Das gilt auch für die von der TechSolutions Group N.V. betriebenen Online-Casinos wie z.B.:
Bizzo Casino
20Bet
22Bet
National Casino
Aus der Illegalität des Angebots leitet die ständige Rechtsprechung der österreichischen Gerichte, insbesondere des Obersten Gerichtshofs (OGH), eine klare Konsequenz ab:
Die zwischen dem Spieler und dem nicht konzessionierten Online-Casino geschlossenen Spielverträge sind absolut nichtig.
Rechtlich betrachtet haben diese Verträge nie existiert. Folglich erfolgten die vom Spieler getätigten Einzahlungen ohne gültigen Rechtsgrund. Dies begründet einen bereicherungsrechtlichen Rückforderungsanspruch des Spielers gegen die Betreibergesellschaft des Online-Casinos. Der Anspruch umfasst die Nettoverluste, also die Summe der Einzahlungen abzüglich der erhaltenen Auszahlungen.
Die Verjährungsfrist für die Geltendmachung dieser Ansprüche beträgt gemäß § 1478 ABGB 30 Jahre.
2. Casino, Sportwetten, Krypto: Was kann zurückgefordert werden?
Das Angebot von Bizzo Casino, 20Bet, 22Bet oder National Casino ist breit gefächert.
Für die Beurteilung eines Rückforderungsanspruchs muss zwischen Online-Glücksspielen und Sportwetten unterschieden werden.
Casino- und Pokerverluste: Grundsätzlich rückforderbar
Verluste aus dem klassischen Online-Casino-Angebot, wie z.B. Slots, Roulette oder Black Jack und Online-Poker, sind grundsätzlich rückforderbar. Diese Spielformen fallen eindeutig unter das Glücksspielmonopol des Bundes, weshalb das Angebot ohne Konzession rechtswidrig ist.
Sportwetten – Ein Sonderfall
Sportwetten sind in Österreich vom Bundesmonopol ausgenommen und unterliegen der Regulierungskompetenz der Bundesländer. Ein Rückforderungsanspruch kann hier nicht mit der fehlenden Bundeskonzession nach dem GSpG begründet werden.
Rückforderungsansprüche von Verlusten aus Sportwetten können sich aber aus anderen Rechtsgründen ergeben, etwa aus der Verletzung von Spielerschutzbestimmungen oder bei Vorliegen einer pathologischen Spielsucht, die die Geschäftsfähigkeit des Spielers aufhebt. Eine solche Prüfung muss im Einzelfall erfolgen.
Was ist mit Verlusten in Kryptowährungen?
Einige der genannten Online-Casinos der TechSolutions Group N.V. ermöglichen Einzahlungen mit Kryptowährungen wie Bitcoin (BTC) oder Ethereum (ETH).
Für den Rückforderungsanspruch macht das keinen Unterschied. Spielverluste in Kryptowährungen können ebenfalls zurückgefordert werden. Auch hier gelten die Verluste aus Sportwetten als Sonderfall.
3. Zusammenfassung der Rückforderung gegen Bizzo Casino, 20Bet, 22Bet oder National Casino
Die Rechtslage in Österreich ermöglicht es Spielern, Verluste von illegalen Online-Casinos wie jenen der TechSolutions Group N.V. zurückzufordern. Dies gilt auch für Spielverluste bei Bizzo Casino, 20Bet, 22Bet oder National Casino.
Grundlage dafür ist die Nichtigkeit der Spielverträge aufgrund der fehlenden österreichischen Konzession.
Die Durchsetzung dieser Ansprüche ist jedoch mit prozessualen Schwierigkeiten verbunden, die eine sorgfältige strategische Planung und juristische Expertise erfordern.
Für eine Prüfung der individuellen Erfolgsaussichten ist eine detaillierte Analyse des Einzelfalls erforderlich. Gerne prüfen wir die Rückforderung Ihrer Glücksspielverluste.
Über den Autor
Mag. Patrick Silber ist seit Jänner 2022 selbständiger Rechtsanwalt und Strafverteidiger in Wien. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien mit einem Erasmusaufenthalt an der University of Sheffield, absolvierte sein Gerichtspraktikum am Bezirksgericht Josefstadt und bei der Staatsanwaltschaft Korneuburg und legte 2020 die Rechtsanwaltsprüfung ab. Er ist zertifizierter Finanzstrafrechtsexperte.
Mitgliedschaften: Rechtsanwaltskammer Wien · Vereinigung österreichischer StrafverteidigerInnen · Austrian White Collar Crime Association · European Criminal Bar Association · Club der Strafverteidiger in Wien
Schwerpunkte in diesem Themenbereich: Rückforderung von Online-Glücksspielverlusten, Schadenersatz- und Prozessrecht, Finanzstrafrecht.