Häufige Fragen zur Rückforderung von Online-Glücksspielverlusten
Der nachfolgende Blogbeitrag beantwortet die häufigsten Fragen zur Rückforderung von Online-Glücksspielverlusten.
Wann kann ich meine Verluste aus Online-Glücksspielen zurückholen?
Sie können Ihre Verluste aus Online-Glücksspielen vom Online-Casino zurückholen, wenn das Online-Casino über keine gültige Lizenz (Glücksspielkonzession) in Österreich verfügt. In Österreich verfügt nur win2day über eine gültige Lizenz (Glücksspielkonzession) für das Anbieten von Online-Glücksspielen in Österreich. Von allen anderen Online-Casinos können Sie Ihre Verluste daher grundsätzlich zurückholen.
Wann kann ich meine Verluste von Krypto-Casinos zurückholen?
Sie können Ihre Verluste vom Krypto-Casino zurückholen, wenn das Krypto-Casino über keine gültige Lizenz (Glücksspielkonzession) in Österreich verfügt.
In Österreich verfügt nur win2day über eine gültige Lizenz (Glücksspielkonzession) für das Anbieten von Online-Glücksspielen in Österreich.
Von allen anderen Online-Casinos und daher auch von Krypto-Casinos können Sie Ihre Verluste daher grundsätzlich zurückholen.
Welches Online-Casino darf Online-Glücksspiel in Österreich anbieten?
In Österreich verfügt nur win2day über eine gültige Lizenz (Glücksspielkonzession) für das Anbieten von Online-Glücksspielen in Österreich.
Alle anderen Online-Casinos dürfen in Österreich kein Online-Glücksspiel anbieten. Von diesen Online-Casinos können Sie daher Ihre Verluste grundsätzlich zurückfordern. Dies gilt auch für Krypto-Casinos.
Welche Online-Casinos dürfen in Österreich keine Glücksspiele anbieten?
Da es so viele Online-Casinos gibt, ist eine vollständige Aufzählung leider unmöglich.
Bekannte Online-Casinos ohne Glücksspielkonzession in Österreich sind z.B. bwin, Cashpoint, Interwetten, Betway, NetBet, TonyBet, 22Bet, 20Bet, MrBet, NationalCasino, BizzoCasino, LuckyDays, LuckyOnes, HellSpin, Ivibet, LeoVegas, Mr Green, 888Casino, Ladbrokes, Casumo, Unibet, Betsson, Stake, Vulkan Vegas, Platin Casino, Casilando, Rizk, Wildz, Wheelz, JackpotCity, Spinit, King Billy Casino usw.
Bekannte Krypto-Casinos ohne Glücksspielkonzession in Österreich sind z.B. Stake, MyStake, Coinkings, LVBet, Roobet, Rollbit, CoinCasino, VaveCasino etc.
Kann ich Verluste aus Sportwetten zurückholen?
Nein: Verluste aus Sportwetten können Sie nicht zurückholen, weil Sportwetten nicht unter das Glücksspielmonopol fallen. Ausnahmen können bestehen, wenn Sie an einer Spielsucht leiden.
Wie lange kann ich Verluste aus Online-Glücksspielen zurückholen?
Grundsätzlich können Sie Ihre Verluste dreißig Jahre lang ab dem Eintritt des jeweiligen Verlusts zurückholen. Aus Beweisgründen sollten Sie mit ihrer Rückforderung aber nicht zu lange warten. Hinzu kommt, dass manche Online-Casinos die Betreibergesellschaften wechseln und Online-Casinos insolvent oder geschlossen werden.
Wie lange dauert die Rückforderung meiner Glücksspielverluste?
Die Dauer der Rückforderung hängt vom jeweiligen Online-Casino ab. Außergerichtlich dauert die Rückforderung in der Regel drei bis sechs Monate. Sofern Sie das Online-Casino vor Gericht klagen müssen, kann die Rückforderung bis zu einem Jahr oder auch länger dauern. Hintergrund ist, dass es im Zivilverfahren einen oder mehrere Verhandlungstermine gibt. Weiters müssen Schriftsätze bei Gericht eingebracht werden.
Hinzu kommt, dass der Prozessverlierer nach dem Gericht der 1. Instanz auch die Gerichte der 2. Instanz und fallweise auch der 3. Instanz anrufen kann.
Bitte beachten Sie daher, dass jedes Verfahren individuell ist und es daher schwierig ist, eine genaue Verfahrensdauer anzugeben.
Leider verweigern manche Online-Casinos die Rückzahlung, obwohl gegen sie rechtskräftige und vollstreckbare Urteile vorliegen. In diesen Fällen kann die Rückforderung erheblich länger dauern.
Habe ich ein Prozess- und Kostenrisiko?
Wie bei jedem Verfahren besteht auch bei der Rückforderung von Glücksspielverlusten ein Prozess- und Kostenrisiko: Derjenige, der den Prozess gewinnt, erhält seine Prozesskosten vom Prozessgegner zur Gänze oder zumindest teilweise ersetzt.
Sie können sich gegen diese Prozess- und Kostenrisiko durch die Zusammenarbeit mit einem Prozessfinanzierer absichern. Prozessfinanzierer finanzieren Prozesse und erhalten im Gegenzug eine Erfolgs- oder Erlösbeteiligung vom Prozessgewinn. Falls Sie den Prozess verlieren, übernimmt der Prozessfinanzierer Ihre Prozesskosten und die Prozesskosten der Gegenseite. Am österreichischen Markt gibt es mehrere Prozessfinanzierer. Es steht Ihnen aber selbstverständlich frei, ob Sie einen Prozessfinanzierer beauftragen und wenn ja, welchen oder ob Sie Ihr Verfahren selbst finanzieren.
Leider decken Rechtsschutzversicherungen Verfahren gegen Online-Casinos meistens nicht.
Ich kann aber gerne bei Ihrer Rechtsschutzversicherung anfragen, sofern Sie über eine solche verfügen.
Kann ich meine Verluste aus Online-Glücksspielen auch von Geschäftsführern des Online-Casinos zurückholen?
Nach der Rechtsprechung haften Geschäftsführer, wenn sie Schutzgesetze schuldhaft verletzen. Das Anbieten von Online-Glückspiel ohne gültige Lizenz (Glücksspielkonzession) in Österreich stellt einen Verstoß gegen Schutzgesetze für Spieler dar. Daher können Geschäftsführer von Online-Casinos für die Rückzahlung von Spielverlusten haften.
Bitte beachten Sie, dass Schadenersatzansprüche innerhalb von drei Jahren ab Kenntnis von Schaden und Schädiger verjähren. Daher sollten Sie mit der Rückforderung nicht zu lange warten.
Kann ich statt der Herausgabe (= Rückgabe) meiner Krypto-Coins meine Verluste auch in Geld zurückverlangen?
Nach der derzeitigen Rechtsprechung können Sie nur die Herausgabe/Rückgabe Ihrer Spielverluste in Krypto-Coins vom Krypto-Casino verlangen (Entscheidung des Oberlandesgerichts Linz vom 2.4.2025 zur GZ 4 R 37/25a).
Die Rechtsfrage, ob Spieler die Rückzahlung der Spielverluste nur in Kryptowährungseinheiten verlangen oder stattdessen einen in Euro umgerechneten Betrag verlangen können, wurde bis dato vom Obersten Gerichtshof in Österreich noch nicht geklärt. Daher ist diese Frage noch offen. Hoffentlich wird diese Frage zeitnah vom Obersten Gerichtshof in Österreich geklärt.
Warum ist die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) in der Rechtssache C-77/25 (Wunner) für Spielerklagen so wichtig?
Der EuGH hat in dieser Entscheidung gleich zwei wichtige Fragen beantwortet:
Für Klagen von Spielern gegen ausländische Online-Casinos, die über keine gültige Lizenz (Glücksspielkonzession) in Österreich verfügen, gilt das Recht des Landes, in dem der Spieler seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat.
Geschäftsführer von ausländischen Online-Casinos, die über keine gültige Lizenz (Glücksspielkonzession) in Österreich verfügen, können am Wohnsitz des Spielers geklagt werden.
Die Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes (EuGH) in der Rechtssache C-77/25 (Wunner) gilt auch für die Rückforderung von Spielverlusten bei Krypto-Casinos.
Was ist „Bill 55“?
Bei „Bill 55“ handelt es sich um ein maltesisches Gesetz.
Viele Online-Casinos haben ihren Sitz in Malta.
Diese Online-Casinos tragen wesentlich zur Wirtschaftsleistung von Malta bei.
Daher hat Malta mit „Bill 55“ ein Gesetz beschlossen, das die Vollstreckung von ausländischen Urteilen (z.B. von österreichischen Urteilen) gegen Online-Casinos in Malta für unzulässig erklärt.
Dadurch sollen Online-Casinos vor ausländischen Spielern, die ihre Verluste zurückfordern, geschützt werden.
„Bill 55“ verstößt aber gegen EU-Recht. Daher hat die EU-Kommission ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Malta eingeleitet. Weiters sind vor dem Europäischen Gerichtshof Verfahren zur Überprüfung anhängig, ob „Bill 55“ gegen Europarecht verstößt oder nicht. Mit einer Entscheidung des Europäischen Gerichtshofes ist erfahrungsgemäß leider erst in zwei bis drei Jahren zu rechnen.
Sollte „Bill 55“ gegen EU-Recht verstoßen und Malta sich weigern, ausländische Urteil zu vollstrecken, kann die Europäische Kommission Zwangsstrafen (= Geldstrafen) verhängen.
„Bill 55“ bedeutet aber nicht, das Online-Casinos aus Malta die Glücksspielverluste überhaupt nicht mehr zurückzahlen. Dies hängt vom jeweiligen Online-Casino ab, wobei manche Online-Casinos ihre Strategie laufend ändern.
Vielfach erfolgt eine Rückzahlung durch einen außergerichtlichen Vergleich oder nach einer Klage bei Gericht.