Reform des Glücksspielgesetzes: Was sich für Spieler ändert
Gute Nachrichten für Spieler
Mit der geplanten Reform des Glücksspielgesetzes wird das Online-Glücksspiel in Österreich vollkommen neu geregelt.
Derzeit verfügt nur win2day über eine gültige Lizenz (Glücksspielkonzession) für das Anbieten von Online-Glücksspielen in Österreich. Durch die geplante Gesetzesänderung können auch (ausländische) Online-Casinos eine Glücksspielkonzession für Österreich erlangen.
Für betroffene Spieler bietet die geplante Reform des Glücksspielgesetzes eine gute Möglichkeit, ihre Verluste sofort zurückzufordern:
Online-Casinos, die derzeit über keine Lizenz (Glücksspielkonzession) für Österreich verfügen und eine solche Lizenz erhalten wollen, müssen alle rechtskräftigen Urteile, mit denen sie zur Rückzahlung von Glücksspielverlusten durch österreichische Zivilgerichte verurteilt wurden, bezahlen.
Daneben stärkt die geplante Reform den Spielerschutz unter anderem durch Einzahlungslimits und die Einführung eines zentralen, betreiber- und spielartenübergreifenden Sperrregisters.
Die Reform des Glücksspielgesetzes wurde noch nicht beschlossen. Derzeit befindet sich das Gesetz in der Begutachtungsphase. Daher können noch Änderungen erfolgen.
Wie viele legale Online-Casinos kann es durch die Reform geben?
Laut dem Gesetzesentwurf soll zukünftig eine unbeschränkte Anzahl an Konzessionen (Lizenzen) für Online-Glücksspiel in Österreich vergeben werden können.
Welche Voraussetzungen müssen Online-Casinos für die Lizenz erfüllen?
Online-Casinos, die bisher ohne gültige Lizenz (Glücksspielkonzession) Online-Glücksspiel in Österreich angeboten haben, können sich unter sehr strengen Voraussetzungen für eine Lizenz bewerben.
Davon sind folgende Voraussetzungen für Spieler besonders interessant:
Besonders hervorzuheben ist, dass diese Online-Casinos alle rechtskräftigen Urteile, mit denen sie zur Rückzahlung von Glücksspielverlusten durch österreichische Zivilgerichte verurteilt wurden, bezahlen müssen.
Es gilt auch eine sogenannte „Cooling-off-Periode“: Online-Casinos ohne Konzession für Österreich dürfen ab dem 1.1.2027 bis zur Erteilung einer Lizenz kein Online-Glücksspiel mehr in Österreich anbieten.
Zudem müssen alle fälligen und noch nicht verjährten Beträge an Glücksspielabgabe nachbezahlt werden.
Was ändert sich durch die Reform beim Spielerschutz?
Der Spielerschutz wird wesentlich gestärkt. Drei Maßnahmen für den Spielerschutz stechen besonders hervor:
Die Einzahlungen werden auf EUR 250,00 pro Woche für Spieler bis zum vollendeten 26. Lebensjahr bzw. auf EUR 1.680,00 pro Monat für Spieler ab dem vollendeten 26. Lebensjahr begrenzt. Diese Einzahlungslimits sind betreiberübergreifend und gelten daher für alle Online-Casinos, bei denen ein Spieler spielt. Die Einhaltung dieser Einzahlungslimits soll durch die Schaffung eines digitalen Aufsichtssystems sichergestellt werden.
Die Spieler haben die Möglichkeit zur Einsichtnahme in das eigene Spielverhalten gegliedert nach Tag, Woche und Monat.
Es ist die Einführung eines zentralen, betreiber- und spielartenübergreifenden Sperrregisters geplant.
Ändert die Reform etwas an der Rückforderung von Online-Glücksspielverlusten?
Auch nach der Reform bleibt eines gleich:
Glücksspielverluste bei Online-Casinos ohne gültige Lizenz (Glücksspielkonzession) für Österreich können zurückgefordert werden. Dies gilt auch für Verluste bei Krypto-Casinos.
Durch die Reform wird sich voraussichtlich die Anzahl der legalen Online-Casinos für österreichische Spieler erhöhen.
Gleichzeitig können sich durch den verstärkten Spielerschutz Rückforderungsmöglichkeiten ergeben, wenn z.B. ein Online-Casino mit Konzession für Österreich die Einhaltung der Einzahlungslimits nicht sicherstellt und der Spieler dadurch Verluste erleidet.
Für eine umfassende rechtliche Einschätzung muss aber der finale Gesetzestext abgewartet werden.
Zudem wird die Reform des österreichischen Glücksspielgesetzes für neue Entscheidungen der Höchstgerichte in Österreich sorgen.
Muss ich mit der Rückforderung meiner Glücksspielverluste bis zur Gesetzesänderung warten?
Nein, Sie können Ihre Verluste bei Online-Casinos ohne Konzession für Österreich jederzeit zurückfordern.
Grundsätzlich können Sie Ihre Verluste dreißig Jahre lang ab dem Eintritt des jeweiligen Verlusts vom Online-Casino zurückholen. Bei der Rückforderung von Spielverlusten gegen Geschäftsführer von Online-Casinos beträgt die Verjährungsfrist grundsätzlich drei Jahre ab Kenntnis von Schaden und Schädiger.
Aus Beweisgründen sollten Sie mit ihrer Rückforderung daher nicht zu lange warten, sondern umgehend beginnen. Hinzu kommt, dass manche Online-Casinos die Betreibergesellschaften wechseln und Online-Casinos insolvent oder geschlossen werden.
Zusätzlich der eingangs erwähnte Punkt: Online-Casinos, die eine österreichische Lizenz anstreben, müssen zuvor alle rechtskräftigen Urteile österreichischer Zivilgerichte über die Rückzahlung von Glücksspielverlusten bezahlen. Diese Voraussetzung erhöht die Chancen für betroffene Spieler, dass sie ihre Glücksspielverluste auch tatsächlich zurückerhalten
Leider verweigern manche Online-Casinos die Rückzahlung, obwohl gegen sie rechtskräftige und vollstreckbare Urteile vorliegen. Die geplante Reform könnte auch für diese Online-Casinos einen Anreiz bieten, Urteile, die Spieler gegen sie erwirkt haben, zu bezahlen.
All dies gilt auch für die Rückforderung von Glücksspielverlusten bei Krypto-Casinos.
Sie müssen die Reform nicht abwarten
Verluste bei Online-Casinos ohne österreichische Konzession können Sie jederzeit zurückfordern. Die geplante Reform erhöht zusätzlich die Chance, dass ein erstrittenes Urteil auch tatsächlich bezahlt wird. In einem ersten Gespräch klären wir, welche Verluste in Ihrem Fall rückforderbar sind und welche Unterlagen Sie dafür benötigen. Halten Sie dafür Ihre Transaktionsliste, Ihre Kontoauszüge und den Schriftverkehr mit dem Online-Casino bereit.
Über den Autor
Mag. Patrick Silber ist seit Jänner 2022 selbständiger Rechtsanwalt und Strafverteidiger in Wien. Er studierte Rechtswissenschaften an der Universität Wien mit einem Erasmusaufenthalt an der University of Sheffield, absolvierte sein Gerichtspraktikum am Bezirksgericht Josefstadt und bei der Staatsanwaltschaft Korneuburg und legte 2020 die Rechtsanwaltsprüfung ab. Er ist zertifizierter Finanzstrafrechtsexperte.
Mitgliedschaften: Rechtsanwaltskammer Wien · Vereinigung österreichischer StrafverteidigerInnen · Austrian White Collar Crime Association · European Criminal Bar Association · Club der Strafverteidiger in Wien
Schwerpunkte in diesem Themenbereich: Rückforderung von Online-Glücksspielverlusten, Schadenersatz- und Prozessrecht, Finanzstrafrecht.
Stand dieses Beitrags: 15. Juli 2026. Die Reform des Glücksspielgesetzes befindet sich zu diesem Zeitpunkt in Begutachtung. Sämtliche genannten Beträge, Fristen und Konzessionsvoraussetzungen stammen aus dem Begutachtungsentwurf und können sich im weiteren Gesetzgebungsverfahren noch ändern. Wir aktualisieren diesen Beitrag nach der Beschlussfassung.
Hinweis: Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick und ersetzt keine persönliche Rechtsberatung in Ihrem konkreten Fall.
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